1. Oktober 2022

Schüßler-Salze bei Rückenschmerzen

Benjamin Hartlieb, staatlich anerkannter Osteopath und Heilpraktiker

Sanfte Salze für einen starken Rücken

Vorbeugen zum Schuhe binden, zurückbeugen, um etwas aus einem Regal zu holen, seitliche Drehung, um mit der Kollegin zu sprechen und tausende Male am Tag Erschütterungen abfedern: Unser Rücken ist ein raffiniert koordiniertes und aufeinander eingespieltes System aus Knochen, Bandscheiben, Muskeln und Faszien. Doch, wer kennt das nicht auch: Eine falsche Bewegung – und schon geht erst mal fast gar nichts mehr. Ob Schmerzen in der Schulter, Stechen im Lendenwirbelbereich oder eine blockierte Rippe: Rückenschmerzen können jede Bewegung zur Qual machen. Häufig sind muskuläre Probleme die Auslöser. Besonders hier können Schüßler-Salze unterstützend wirken, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen.

Acht von zehn Menschen hatten in den vergangenen Monaten Rückenschmerzen, so eine aktuelle repräsentative YouGov-Studie des Versicherungsunternehmens Swiss Life (*). Etwa ein Drittel der Befragten klagte über häufige Probleme. „Rückenschmerzen sind eine wahre Volkskrankheit“, so Benjamin Hartlieb, Osteopath und Heilpraktiker aus Heilbronn. „Die Gründe für die Beschwerden lassen sich oft an unserer modernen Lebensweise festmachen. Arbeiten in schlechter Haltung und Übergewicht spielen eine Rolle“, sagt der Experte. „Sehr häufig sorgen auch psychische Gründe wie eine verlorene Work-Life-Balance, Stress, Termin- und Leistungsdruck für muskuläre Verspannungen, die sich wiederum in Form von Rückenschmerzen bemerkbar machen.“ Oft können Bewegung, Massagen, Physio- und osteopathische Therapie Linderung bringen.

Ursachensuche: Ein Fall für Fingerspitzengefühl

Als Osteopath sieht Benjamin Hartlieb beinahe täglich Patienten mit Rückenschmerzen in seiner Praxis. Er weiß, dass die Ursachen von Beschwerden nicht immer am Ort des Schmerzes liegen. „Alle unsere Körperbereiche sind über Muskeln, Bänder, Sehnen oder Faszien miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.“ So kann der Grund für Rückenschmerzen, die länger anhalten, in nächtlichem Zähneknirschen (auch Bruxismus genannt) liegen, in einer unbewussten Fehl- oder Schonhaltung oder an Problemen mit den inneren Organen. Was viele nicht wissen: „Einige Bauchorgane sind mit Bändern an der Wirbelsäule befestigt. Darmprobleme, Verwachsungen nach einer Operation, Verklebungen oder andere Spannungen von vorne können demnach die Wirbelsäule belasten“, so Experte Hartlieb. „Wir haben schon viele Bandscheibenprobleme nur dadurch verbessert, dass wir osteopathisch über den Bauchraum behandelt haben. Die Herausforderung liegt darin, bei jedem Patienten die Ursache zu finden und nicht nur das Symptom zu behandeln.“

Verspannungen gezielt behandeln – mit Mineralsalzen

Um gezielte Besserung bei akuten Rückenbeschwerden zu erreichen, können etwa bei Verspannungen neben Wärme (z. B. Rotlicht, Wärmekissen) auch die Mineralsalze nach Dr. Schüßler helfen. „Bewährt ist das Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum, weil es das klassische Entspannungsmittel ist und lockernd auf die Muskulatur wirkt“. Eingenommen als „Heiße Sieben“ (10 Tabletten in heißem Wasser auflösen und schluckweise trinken) wird es ideal über die Mundschleimhaut in den Körper aufgenommen. Zusätzlich trägt eine punktuelle Massage mit der Salbe Nr. 7 dazu bei, Schmerzen zu lösen. Das Schüßler Salz Nr. 19 Cuprum arsenicosum wirkt, wenn der Rückenschmerz mit häufigen Verkrampfungen einhergeht. „Vor dem Schlafengehen zwei Tabletten im Mund zergehen lassen. Die Kombination kann dazu beitragen, das gesamte Schmerzareal zu entspannen und weiteren Problemen vorzubeugen“, so Experte Hartlieb.

Kur-Konzept zur Unterstützung von Muskulatur, Nerven und Knochen

In den meisten Fällen verschwinden Rückenschmerzen dank lindernder Maßnahmen meist wieder. Manchmal können sie aber auch über Wochen hin andauern. In jedem Fall sollte dann ein Arzt zu Rate gezogen werden, wenn die Schmerzen nicht besser werden oder sehr heftig sind – beispielsweise die Atmung, das Gehen, den Stuhlgang oder den Schlaf behindern.

Zusätzlich kann eine Schüßler-Kur helfen, die Stabilität von Knochen und Muskulatur zu unterstützen. Die Salze Nr. 2 Calcium phosphoricum (morgens 2 Tabletten), Nr. 5 Kalium phosphoricum (mittags 2 Tabletten) und Nr. 7 Magnesium phosphoricum (abends 2 Tabletten) tragen dazu bei, die Strukturen zu stärken, die Durchblutung zu fördern, Nervenreizungen zu beruhigen und kribbelnde Schmerzen und Verkrampfungen zu lösen. Die Kur idealerweise mindestens sechs Wochen einhalten, noch besser sind 12 Wochen. Bei akutem Schmerz kann hat sich auch die Einnahme als „Heiße 7“ bewährt.

Benjamin Hartlieb

Benjamin Hartlieb ist staatlich anerkannter Osteopath und Heilpraktiker mit eigener Praxis in Pforzheim, die zugleich akademische Lehrpraxis der Hochschule Fresenius ist. Er ist Autor von gesundheitsrelevanten Fachbeiträgen und war in der medizinischen Betreuung von Athleten der Special Olympics tätig. Mehr Informationen: praxishartlieb.de