19. September 2021

Schüßler-Salze: In aller Munde

Günther H. Heepen, Heilpraktiker, Buchautor und Psychotherapeut (HpG)

Zum 200. Geburtstag von Dr. Schüßler

Kaum ein Arzt hat die Menschen so begeistert wie der gebürtige Bad Zwischenahner Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler (21.8.1821 – 30.3.1898) mit seiner sanften und natürlichen Heilkunde. Er begründete die später nach ihm benannte Mineralsalztherapie, die er selbst als „Biochemie“ bezeichnete. Auch heute kennt fast jeder Schüßler-Salze. Heilpraktiker, Psychotherapeut und Buchautor Günther H. Heepen berichtet im Gespräch mit dem Biochemischen Bund, warum Schüßler-Salze heute so aktuell sind wie nie.

Herr Heepen, warum sind Schüßler-Salze noch immer – oder gerade jetzt – so zeitgemäß?
Günther H. Heepen: „Schüßler-Salze haben nichts von ihrer Aktualität verloren – im Gegenteil: Viele Menschen haben festgestellt, dass sie sehr wirkungsvoll sind. Und dass es leicht ist, mit ihnen zu arbeiten beziehungsweise für akute und chronische Beschwerden schnell das passende Salz zu finden. Außerdem ist das Wirkungsspektrum enorm groß – zeitgemäße Beschwerden wie etwa Stressbeschwerden oder Unverträglichkeiten lassen sich gut mit Schüßler-Salzen behandeln.“

Was ist das Besondere an Therapien mit Schüßler-Salzen?
Günther H. Heepen: „Es handelt sich um eine übersichtliche, sanfte und zugleich sehr wirkungsvolle Therapie. Sie zählt zu den bewährten Naturheilverfahren. Heilen im Sinne der Naturheilkunde bedeutet, dem Körper Impulse zur Selbstheilung zu geben. Genau das ist das Wirkprinzip der Schüßler Salze: Sie unterdrücken keine Symptome, sondern wirken genau dort regulierend und aktivierend, wo sie der Körper benötigt – im Mineralstoffwechsel der Zellen. Schüßler-Salze stimulieren die Selbstheilungskräfte und helfen dem Körper, essenzielle Mineralstoffe wieder optimal aufzunehmen und zu verarbeiten.“

Sie arbeiten als Heilpraktiker und Psychotherapeut. Welches sind die häufigsten Beschwerden und Krankheitsbilder, bei denen Sie Schüßler-Salze einsetzen?
Günther H. Heepen: „Schüßler-Salze sind sehr vielfältig. Ich setze sie als einzelne Mittel ein oder kombiniere mehrere Salze. Dann kommen sie zum Beispiel bei Verdauungsstörungen und Magenproblemen, Muskelbeschwerden und Verspannungen, bei Kopfschmerzen sowie Allergien, Ängsten, Burn-Out und Überforderungssyndrom infrage. Natürlich kann und sollte nicht alles nur mit Mineralsalzen therapiert werden. Schüßler-Salze bieten aber gerade bei psychosomatischen und chronischen Krankheitsbildern eine sanfte und gut verträgliche Möglichkeit der Behandlung und lassen sich bei Bedarf auch gut mit konventionellen Medikamenten kombinieren.“

Immer mehr Menschen leiden an Erschöpfungszuständen. Wie können Schüßler-Salze hier vorbeugend und unterstützend eingesetzt werden?
Günther H. Heepen: „Bei Erschöpfung und Belastungssyndromen ist das wichtigste Salz die Nr. 5, Kalium phosphoricum D6. Es passt genau zu diesen Beschwerden: Alles wird einem zu viel, der Schlaf ist schlecht, man ist oft nervös oder ängstlich. Am besten nimmt man schon morgens 5 bis 10 Tabletten in heißem Wasser gelöst ein. Wichtig: Jeden Schluck gut einspeicheln. Abends wird dasselbe mit der Nr. 7, Magnesium phosphoricum D6, wiederholt. Wichtig ist es natürlich, Stressabbau ganzheitlich anzugehen indem man versucht, die Ursachen zu finden und im Alltag Ausgleich zu schaffen, etwa durch Sport, Yoga oder autogenes Training.“

Haben Sie noch einen aktuellen Tipp für eine Kur mit Schüßler-Salzen?
Günther H. Heepen: „Die folgende „Energie-Kur“ ist ideal für die Herausforderungen der jetzigen Zeit – sie kombiniert drei Phosphor-Salze. Diese werden in der Schüßler-Therapie eingesetzt, um den Energie-Stoffwechsel der Zellen wieder auszubalancieren. Die oben genannten Salze, Nr. 5 und Nr. 7, werden mit der Nr. 3, Ferrum phosphoricum, ergänzt. Die Nr. 3 soll den Sauerstoff-Transport im Blut stimulieren – das fördert die Energiebereitstellung in den Muskelzellen und wirkt stimulierend auf das Immunsystem. Die Kur wendet man für vier Wochen an und pausiert dann. Die Pause ist wichtig, damit der Organismus sich nicht an die Impulse gewöhnt. Bei Bedarf kann man die Kur nach einer Woche Pause wiederholen.“

Schüßler-Salze Energie-Kur:
morgens 2 Tabletten der Nr. 3, Ferrum phosphoricum
mittags 2 Tabletten der Nr. 5, Kalium phosphoricum
abends vor dem Schlafengehen 2 Tabletten der Nr. 7, Magnesium phosphoricum


Günther H. Heepen

Günther H. Heepen

Günther H. Heepen ist Heilpraktiker, Buchautor und Psychotherapeut (HpG). Weiterhin ist der renommierte Schüßler-Salze Experte als Chefredakteur der Zeitschrift „Weg zur Gesundheit“ und als Vortrags-Referent und Fachgruppen-Ausbilder tätig. Er lebt und arbeitet in der Nähe von Bamberg.


Weitere Informationen finden sich auf seiner Website unter guenther-heepen.com

Buchtipp

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Tipps und Kuren
Heft 14,8 × 21 cm, 44 Seiten
5,00 €